Sehnsuchtsorte

20. Mai 2020 – Zum Anschauen und Mitlesen

Ich vermisse diesen Ort, er riecht schon so besonders. Das gedämpfte Licht und jemand hat alles vorbereitet. Alles geordnet und ich setze mich hin. Vielleicht kenne ich auch jemanden, dann nicken wir uns zu und vielleicht auch nicht und dann schaue ich nur neugierig wer sonst noch so da ist.

Also geht es los, es wird dunkel, nur ein wenig Licht noch. Das Schauspiel beginnt, die Figuren treten auf, verkleidet oder nicht. Und sie erzählen eine Geschichte, ihre Geschichte und wenn es gut geht, dann wird es auch zu meiner Geschichte. Dann haften sich die gesprochenen Worte an mein Leben an und verändern mich. Fragen nach meinem Leben und hinterfragen mein Leben.

Die Musik ist wichtig, ohne sie geht es nicht. Und die Bilder, die mir vor Augen gemalt werden. Schließlich ist es fertig. Noch kurz Musik zum Abspann und schließlich stehe ich auf, kann wieder den Kopf heben, der vorher gebeugt war. Nehme meine Jacke und gehe. Verabschiede mich vielleicht noch. Einen Plausch an der Tür, vielleicht noch ein Getränk und ich gehe nach Hause … und bin ein anderer als ich vorher war.

Amen.

Pfarrer Thomas Braun

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